Preise für Baugrund über 1000.- pro m²

Der Bauboom hat viele Verlierer

INGOLSTADT

erstellt am 18.01.2018 um 16:28 Uhr
aktualisiert am 18.01.2018 um 22:35 Uhr

Ingolstadt (DK) Vor einem Vierteljahrhundert startete der Stadtrat mit einem Versuch, genügend Wohnbaureserven für die Öffentlichkeit zu tragbaren Preisen zu sichern: Dieses sogenannte 50-Prozent-Modell wurde zwischenzeitlich reformiert, doch die Grundstückspreise steigen und steigen...

 

Hauser

Mit ihren Beschlüssen von 1992, teilweise 1994, wollten die Schanzer Kommunalpolitiker auch erreichen, dass die privaten Eigentümer von größeren, zur Bebauung gut geeigneten Flächen das potenzielle Bauland nicht brachliegen lassen beziehungsweise als Spekulationsobjekt für sich behalten. Das 50-Prozent-Modell basierte auf dem Grundsatz, dass die Stadt nur dann Bauland ausweist, wenn der jeweilige Eigentümer bereit ist, die Hälfte der Fläche unter dem Marktwert an die öffentliche Hand zu verkaufen, die eigene Fläche sollte er dann selbst nach Gutdünken vermarkten dürfen. Insgesamt sollte damit auf dem örtlichen Immobilienmarkt der Preisanstieg in Grenzen gehalten werden. Inwieweit dieses Prozedere Wirkung zeigte, lässt sich schwer überprüfen.

Fest steht nur, dass 2009 unter der Regie des Oberbürgermeisters und vormaligen Wirtschaftsreferenten Alfred Lehmann eine Kurskorrektur des 50-Prozent-Modells durch den Stadtrat ging. „Diese Grundsätze gelten heute noch“, sagt Finanz- und Liegenschaftsreferent Franz Fleckinger. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit den Grundstücksbesitzern, wir wollen keinen zu etwas zwingen, die Argumentation ist noch die gleiche wie damals.“
 
Ziel der Stadt sei es heute wie 2009, „die Bevölkerung in Ingolstadt zu halten“ und eine Abwanderung privater Bauinteressenten ins Umland zu verhindern. Seit 2009 gehen die städtischen Grundstückskäufer des Liegenschaftsamtes in künftigen Baugebieten mit der erklärten Absicht auf die Privateigentümer zu, möglichst komplett alle Flächen zu erwerben. Pro Kind können die Verkäufer einen Bauplatz zurückbehalten, und zwar ohne Bauverpflichtung. Will der Verkäufer Erlöse selbst in den Wohnungsbau investieren, kann er weitere Flächen behalten. Allerdings gilt hier eine Bauverpflichtung innerhalb von zehn Jahren, damit keine größeren Lücken entstehen. Wie Fleckinger hatte bereits Vorgänger Albert Wittmann im Jahr 2009 betont, als die Leitlinien für die städtische Grundstückspolitik neu justiert wurden: „Wir zwingen niemand, ein Grundstück zu verkaufen.“
 
Der amtierende Liegenschaftsreferent nennt als Beispiele einige Baugebiete, in denen die städtischen Experten zuletzt auf Einkaufstour unterwegs waren: Friedrichshofen-West und Hagau Am Kirchsteig. Insgesamt seien vom Liegenschaftsamt seit 2010 etwa 61 Hektar Grund zum Zweck der Nutzung als Wohnungsbauland erworben worden.
 
Fleckinger schließt nicht aus, dass die Preise im künftigen südwestlichen Baugebiet zwischen Haunwöhr und Hundszell ein Niveau erreichen könnten, das selbst für gut verdienende Bauinteressenten kaum noch zu bezahlen ist. Bürgermeister Wittmann hatte in diesem Zusammenhang kürzlich erwähnt, dass die Stadt sogar noch mit einem gewissen Abschlag für Einheimische in dieser besonders gefragten Wohnlage wohl bald erstmals an die 1000 Euro für den Quadratmeter Bauland verlangen müsse. 
 
Referent Fleckinger ergänzt, dass die Stadt selbst vom Verkauf der Bauplätze „keinen finanziellen Vorteil“ anstrebt. Und dass alle Verkäufe samt den Preisen jeweils vom Stadtrat beschlossen werden. Bauwillige in Ingolstadt, daran dürfte kein Zweifel bestehen, müssen einen immer höheren Anteil ihrer Kosten für das Grundstück veranschlagen. Was die Frage nach dem Erfolg oder eher Misserfolg des städtischen 50-Prozent-Modells und seiner späteren Varianten wieder von neuem aufwirft.

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